Der Sturm auf dem See – Markus-Evangelium 4,35-41

Mensch werden – Glauben lernen – Leben gestalten

Jesus schläft. Er zieht sich, wie auch sonst oft, zurück. Seine Jünger fühlen sich von ihm verlassen. Sie fürchten ohne ihn unterzugehen, ohne ihn nicht zurecht zu kommen. Doch gerade durch Jesu scheinbare Abwesenheit erhalten sie eine Chance Vertrauen zu lernen und Menschen Gottes zu sein. Sie könnten jetzt eigenständiger im Glauben werden und selbstständiger auf der Spur gehen, auf die Jesus sie gesetzt hat. Später wird er sagen: „Es ist gut für euch, dass ich zum Vater gehe. Dann kann der Geist kommen und euch an alles erinnern, was ich euch mitgegeben habe.“ (Vgl. Joh. 16,7-13)

Jesus handelt hier wie gute Eltern. Sie geben ihren Kindern vieles mit auf den Weg. Sie lassen sie dann aber den eigenen Weg gehen und begleiten sie weiter mit ihrem Segen, ihrem Gebet, ihren wohlwollenden Gedanken und Wünschen und vielleicht auch dem einen oder anderen guten Rat. Nur so können Kinder erwachsen werden, wahre und freie Menschen nach Gottes Ebenbild.

Scheint Jesus auch zu schlafen, er ist mir doch ganz nah. So lerne ich als Mensch mein Leben selbstständig zu führen, ich lerne zu wählen, zu entscheiden, Schwierigkeiten und Wagnisse anzunehmen, sie sogar mitzugestalten. Ich lerne Verantwortung für mich und für andere zu übernehmen, ich lerne entschieden auf das Geschenk des Lebens zu antworten. Ich antworte mit den Möglichkeiten, die mir gegeben sind. Je mehr ich das Leben wage, je mehr ich dem Leben vertraue und glaube, werde ich erwachsen. Ich entscheide mich zu glauben: Das Leben trägt. So werde ich Mensch. Mit dem Anstoß, den Jesus mir gibt, und mit der Freiheit, die er mir schenkt, kann ich im Glauben wachsen und ein eigenverantwortlicher Mitgestalter am Werk Gottes werden. Ein Mensch Gottes – ein Kind Gottes.

Veröffentlicht von

Peter@jesusfragtdich.de

Jesu Fragen öffnen für ein Gespräch mit Gott – dem wahren Leben.

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