Bildrahmen mit einem kaputten Bild

Die Auferweckung eines Mädchens und die Heilung einer Frau – Markus-Evangelium 5,21-43

Da kann man nichts mehr tun!

Der Arzt schüttelt mit dem Kopf und steht auf. Er hat alles versucht — jetzt kann er nichts mehr tun. Das Mädchen wird sterben. Die Mutter blickt ihn flehend an — doch er schüttelt wieder mit dem Kopf. Der Vater rennt aus dem Haus, runter zum See. Er sucht nach dem Mann, der gestern am See lehrte und alle Kranken heilte. Jemand sagt zu ihm: »Du suchst Jesus? Da hast du Glück — sein Boot läuft gerade ein.«

Aber Jesus ist nicht allein. Kaum ist er an Land, drängen sich die Menschen um ihn. Jede Minute zählt. Seine Tochter liegt im sterben. Seine einzige Chance ist, sich Jesus direkt vor die Füße zu werfen und ihn anzuflehen. Und er hat wirklich Glück — Jesus erhört ihn und geht mit ihm mit. Doch dann bleibt Jesus einfach stehen.

Jesus bleibt stehen — nimmt den Vater und seine Not offensichtlich nicht mehr wahr. Er spricht mit seinen Jüngern und unterhält sich lange mit einer Frau. Diese erzählt ihm ihre ganze Leidensgeschichte. Noch während Jesus zu der Frau sagt: »Tochter dein Glaube hat dich gerettet!« Kommt ein Mann zu dem Vater und sagt: »Deine Tochter ist gestorben!«

Deine Tochter ist gestorben — da kann man nichts mehr tun!

Was der Vater fühlt und denkt, wird nicht vom Evangelisten Markus berichtet. Was er fühlt, können wir sicher alle nachvollziehen. Wir Menschen fühlen da alle sehr ähnlich. Mit den Gedanken ist es etwas anderes. Jeder hat seine eigene Strategie entwickelt, um mit ausweglosen Situation besser fertig zu werden: Die einen suchen einen Schuldigen oder machen sich selbst Vorwürfe. Die anderen versuchen es rational zu erklären. Die nächsten versinken in Selbstmitleid. Wieder andere beschönigen die Situation oder leugnen sie sogar.

Was der Vater wohl denkt? Denkt er: »Wäre ich doch gestern schon zu Jesus gegangen! Es hätte ja sowieso nichts genutzt! Die Frau ist schuld! Jesus ist schuld! Meine arme Frau! Ich armer Mann! Warum muss das ausgerechnet mir passieren! …!«

Was denke ich, wenn ich mich hilflos und ohnmächtig fühle?
Ich gehöre zu den »Rationalisten«, ich finde für alles eine Erklärung. Selbst das Unfassbare versuche ich zu denken. Vielleicht bin ich deswegen auch Ärztin geworden: Diese und jene Krankheit besser zu erkennen, hier und dort wirksamere Therapiemethoden einzusetzen, hin und wieder dem Tod einen Strich durch die Rechnung zu machen. Rationalisieren finde ich toll. Allerdings — rationalisieren hilft mir nicht, mit meinen Gefühlen zurecht zu kommen.

Jesus empfiehlt einen anderen Weg. Er sagt zu dem Vater: »Fürchte dich nicht! Glaube nur!«

Ob mir das auch gelingt, wenn ich mich das nächste mal hilflos und ohnmächtig fühle? Kann ich dann sagen: »Ich fürchte mich nicht! Ich glaube!«?

Wie gehst Du mit negativen Gefühlen um? Kannst Du sagen: Ich fürchte mich nicht! Ich glaube!?

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