Waschbecken

Lehrgespräch über die Reinheit – Markus-Evangelium 7,1-23

Hände waschen?

Immer wenn ich Hände waschen lese, denke ich an Ignaz Semmelweis (1818-1865), den Retter der Mütter. Ignaz Semmelweis führte das Kindbettfieber, an dem viele Frauen nach der Geburt ihres Kindes starben, auf eine mangelnde Handhygiene bei Ärzten und Pflegepersonal zurück. Führende Ärzte und Professoren standen ihm kritisch und ablehnend gegenüber. Kaum jemand wollte ihm glauben, viele verlachten und verspotteten ihn. Trotz der ihm entgegengebrachten Verachtung, wurde er nicht müde, sich für das einzusetzen, was er als richtig und lebensrettend erkannte. An einen Gegner schreibt er folgende Worte:
„Ich trage in mir das Bewusstsein, dass seit dem Jahre 1847 Tausende und Tausende von Wöchnerinnen und Säuglingen gestorben sind, welche nicht gestorben wären, wenn ich nicht geschwiegen [hätte] … Das Morden muss aufhören, und damit das Morden aufhöre, werde ich Wache halten, …“ – An Späth in Wien, 1861 (Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Semmelweis)
Ignaz Semmelweis starb, bevor seine lebensrettenden Erkenntnisse von den führenden Wissenschaftlern anerkannt wurden. Die genauen Umstände, die zu seinem Tod führten, liegen im Dunkeln. Erlag er den Folgen einer Verletzung oder wurde er bewusst aus dem Weg geschafft?

Am Hände waschen, entzünden sich Konflikte. Aber mein Tun und mein Unterlassen können Leben schädigen, können zu Leid und Tod führen. Ich kann mit und ohne Hände waschen zum Mörder werden. Entscheide ich mich für das Leben?

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