Zeichenforderung der Gegner Jesu – Markus-Evangelium 8,10-13

Gib mir ein Zeichen

Gib mir ein Zeichen vom Himmel,
zeige mir die Wahrheit,
aber denke daran:
Ich will mich nicht ändern.
Ich will nicht verstehen.
Ich will keine neuen Gedanken denken.
Ich will nicht verantwortlich sein.
Ich will nicht entscheiden.
Ich will nicht Schuld sein.
Ich will nicht …

Und könntest Du mir ein Zeichen vom Himmel geben …
ich machte weiter wie bisher!

Jesus fragt: Was fordert diese Generation ein Zeichen?

Die Menschen verlangen von Jesus ein Zeichen vom Himmel. Er stöhnt innerlich auf und sagt: Wie?! Was fordert diese Generation ein Zeichen? Dann lässt er sie stehen und fährt zum anderen Ufer.
Die Zeichenforderung der Gegner – Markus-Evangelium 8,10-13

Jesus fragt auch Dich: Was forderst Du ein Zeichen?

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Die Auferweckung eines Mädchens und die Heilung einer Frau – Markus-Evangelium 5,21-43

Wie antworten?

Wer hat hier Grund zum Schreien und Weinen? Sicher der Vater, der den Tod seiner Tochter befürchtet. Sicher die Frau, die seit Jahren unheilbar Blut-Leben verliert. Im jüdischen Lebenszusammenhang galt sie ja als unrein und war vom religiösen Leben ausgeschlossen. Vielleicht will sie Jesus nicht aufhalten, dem sterbenden Mädchen und seinen Eltern zu helfen. Vielleicht traut sie sich nur nicht, direkt mit Jesus in Beziehung zu treten. Vielleicht fürchtet sie, zurückgewiesen zu werden. So ist ihr Schrei nach Hilfe ein stiller, lieber berührt sie heimlich sein Gewand.

Die Frage Jesu: »Wer hat mein Gewand berührt?« zeigt sein Gespür für uns Menschen und für ihre Sehnsucht nach Beziehung zu ihm und nach Heilung des Lebens. Er hört und merkt, wenn jemand sich nach ihm ausstreckt, in welcher Form auch immer. Er ermutigt zum Glauben bzw. zur Deutung des Lebens aus dem Glauben. Seine Frage fordert die Frau dazu heraus, zu antworten und zu dem Annäherungsversuch und seinem Erfolg zu stehen.

Die beste Antwort der Trauergemeinde auf Jesu Frage nach ihrem Schreien und Weinen wäre wohl gewesen: Wir möchten mit den Eltern Abschied nehmen und wissen nicht anders wie. Wir sind betroffen, über die Flüchtigkeit des Lebens, auch unser eigenen Lebens. Nun schreien wir nach dir, dem Leben. Gib du uns Glaube und Hoffnung, Jesus! Gib du uns Leben und auch diesem Mädchen und seinen Eltern!

Die Auferweckung eines Mädchens und die Heilung einer Frau – Markus-Evangelium 5,21-43

berührt

Blut!
Tag ein, Tag aus,
zwölf Jahre lang
Blut!

Niemand kann mir helfen —
kein Arzt, den ich nicht kenne,
keine weise Frau, die ich nicht gefragt,
kein Wunderheiler, den ich nicht besucht —
niemand kann mir helfen!

Blut!
Tag ein, Tag aus,
zwölf Jahre lang
Blut!

Nichts kann es stoppen —
nicht der gräuslichste Trank, den ich trank,
nicht die bittersten Kräuter, die ich aß,
nicht die heißesten Dämpfe, die ich atmete —
nichts kann es stoppen.

Unberührt!
Tag ein, Tag aus,
zwölf Jahre lang
unberührt!

Niemand weiß, wie ich mich fühl —
kein Schlauer berührt mich,
keine Mitleidige hört mir zu,
kein Angeekelter lässt mich lachen,
niemand weiß wie ich mich fühl.

Blut — immer weiter — unberührt!

Und jetzt?
Soll ich es wagen?
Was werden sie wohl sagen?

Und jetzt — jetzt berührt!

Die Auferweckung eines Mädchens und die Heilung einer Frau – Markus-Evangelium 5,21-43

Da kann man nichts mehr tun!

Der Arzt schüttelt mit dem Kopf und steht auf. Er hat alles versucht — jetzt kann er nichts mehr tun. Das Mädchen wird sterben. Die Mutter blickt ihn flehend an — doch er schüttelt wieder mit dem Kopf. Der Vater rennt aus dem Haus, runter zum See. Er sucht nach dem Mann, der gestern am See lehrte und alle Kranken heilte. Jemand sagt zu ihm: »Du suchst Jesus? Da hast du Glück — sein Boot läuft gerade ein.«

Aber Jesus ist nicht allein. Kaum ist er an Land, drängen sich die Menschen um ihn. Jede Minute zählt. Seine Tochter liegt im sterben. Seine einzige Chance ist, sich Jesus direkt vor die Füße zu werfen und ihn anzuflehen. Und er hat wirklich Glück — Jesus erhört ihn und geht mit ihm mit. Doch dann bleibt Jesus einfach stehen.

Jesus bleibt stehen — nimmt den Vater und seine Not offensichtlich nicht mehr wahr. Er spricht mit seinen Jüngern und unterhält sich lange mit einer Frau. Diese erzählt ihm ihre ganze Leidensgeschichte. Noch während Jesus zu der Frau sagt: »Tochter dein Glaube hat dich gerettet!« Kommt ein Mann zu dem Vater und sagt: »Deine Tochter ist gestorben!«

Deine Tochter ist gestorben — da kann man nichts mehr tun!

Was der Vater fühlt und denkt, wird nicht vom Evangelisten Markus berichtet. Was er fühlt, können wir sicher alle nachvollziehen. Wir Menschen fühlen da alle sehr ähnlich. Mit den Gedanken ist es etwas anderes. Jeder hat seine eigene Strategie entwickelt, um mit ausweglosen Situation besser fertig zu werden: Die einen suchen einen Schuldigen oder machen sich selbst Vorwürfe. Die anderen versuchen es rational zu erklären. Die nächsten versinken in Selbstmitleid. Wieder andere beschönigen die Situation oder leugnen sie sogar.

Was der Vater wohl denkt? Denkt er: »Wäre ich doch gestern schon zu Jesus gegangen! Es hätte ja sowieso nichts genutzt! Die Frau ist schuld! Jesus ist schuld! Meine arme Frau! Ich armer Mann! Warum muss das ausgerechnet mir passieren! …!«

Was denke ich, wenn ich mich hilflos und ohnmächtig fühle?
Ich gehöre zu den »Rationalisten«, ich finde für alles eine Erklärung. Selbst das Unfassbare versuche ich zu denken. Vielleicht bin ich deswegen auch Ärztin geworden: Diese und jene Krankheit besser zu erkennen, hier und dort wirksamere Therapiemethoden einzusetzen, hin und wieder dem Tod einen Strich durch die Rechnung zu machen. Rationalisieren finde ich toll. Allerdings — rationalisieren hilft mir nicht, mit meinen Gefühlen zurecht zu kommen.

Jesus empfiehlt einen anderen Weg. Er sagt zu dem Vater: »Fürchte dich nicht! Glaube nur!«

Ob mir das auch gelingt, wenn ich mich das nächste mal hilflos und ohnmächtig fühle? Kann ich dann sagen: »Ich fürchte mich nicht! Ich glaube!«?

Wie gehst Du mit negativen Gefühlen um? Kannst Du sagen: Ich fürchte mich nicht! Ich glaube!?